Objekt:

 Konoid (§ 246-260) (mit gerundetem oberem Ende und runder Siegelfläche), Kalkstein (§ 381-383), 22 x 21 mm.

Datierung:

 EZ I (1200-1000) oder eventuell EZ I-EZ IIA (1200-900).

Herkunft:

 Palästina/Israel (aus Jerusalemer Handel).

Sammlung:

 Fribourg, Sammlung Keel, VS 1984.5.

Darstellung:

 Figürliche Darstellung: ein grösserer und ein kleinerer nach links gerichteter und übereinander angeordneter säugender Capride mit Jungtier; links am Rand ein Skorpion.

Diskussion:

 Siegelamulette aus Stein, die sich der Form eines Kegels annähern, sind typisch für die frühe Eisenzeit. Eines der häufigsten Motive auf diesen Siegeln sind säugende Ziegen. Der Skorpion war ein Symbol sexueller Erregtheit, wahrscheinlich aufgrund seines ‹Paarungstanzes›, bei dem Männchen und Weibchen sich an den Scheren fassen. In der Zeit zwischen 1200 und 1000 v. Chr. wurden die Stämme, die später Israel bildeten, im Bergland sesshaft. In einer gemischten Wirtschaft aus Ackerbau und Kleinviehzucht war die Fruchtbarkeit der Schafe und Ziegen von elementarer Bedeutung. Säugende Tiere galten als Ausdruck der Segensmacht von Göttinnen. Noch im Deuteronomium heissen sie mehrmals aschterot ha-zon «Aschtarten des Kleinviehs» (7,13; 28,4.18.51). «Aschtarte» bzw. Astarte (mit Ischtar bzw Ester verwandt) war eine der kanaanäischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttinnen. Im Deuteronomium erscheinen sie aber als von JHWH, dem Gott Israels geschenkter Segen. Othmar Keel.

Parallelen:

Keel/Schroer 1985: 25-38, Abb. 116; Keel/Uehlinger 1992: 141-143, Abb. 151a-152b; McCown 1947: pl. 55:59: ein in Kompositionsweise und Stil gleiches Konoid vom Tall an-Naṣba (= Shuval 1990: 108 Fig. 090), klarer stratigraphischer Kontext fehlt; Shuval 1990: 108, fig. 090: ein in Kompositionsweise und Stil gleiches Konoid vom Tall an-Naṣba (= McCown 1947: pl. 55:59), klarer stratigraphischer Kontext fehlt; Macalister 1912: II 295, fig. 437:6 (Zeichnung): zwei „tête-bêche“ angeordnete säugende Capriden auf Siegelamulett gleicher Form aus Geser (=Shuval 1990: 109 Fig. 093), klarer stratigraphischer Kontext fehlt; Shuval 1990: 109, fig. 093: zwei „tête-bêche“ angeordnete säugende Capriden auf Siegelamulett gleicher Form aus Geser (=Macalister 1912: II 295 Fig. 437:6 Zeichnung); klarer stratigraphischer Kontext fehlt.

Bibliographie:

Keel/Schroer 1985: 34f, Abb. 5 (Zeichnung); Keel/Uehlinger 1990: 50, Abb. 61 (Photo); Keel-Leu 1991: 52, Nr. 59; Schroer/Staubli 1993: 67, Abb. 4 (unten links); Keel/Uehlinger 1996: 50, Abb. 61 (nur Nr. 6); Keel/Staubli 2001: 34, Nr. 6.

DatensatzID:

59

Permanenter Link:

  http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/details.php?bomid=59