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Das Dreistufenschema Panofskys

Die Methoden der Ikonographie sind in der abendländischen Kunstgeschichte erarbeitet worden. Ein von E. Panofsky entworfenes und in mehreren Anläufen adaptiertes (1932, 1939, 1955), dreistufiges Methoden- und Interpretationsschema, das vor-ikonographische Beschreibung, ikonographische Analyse und ikonologische Interpretation unterscheidet und einander nachordnet, hat die kunsthistorische Diskussion nachhaltig geprägt:

 

1. ikonographische-identifizierende Beschreibung der Bildelemente auf der Grundlage der Vertrautheit mit Gegenständen und Ereignissen; methodisch kontrolliert und ggf. korrigiert mit Hilfe der Stilkenntnis;

 

2. ikonographische-analytische Zuweisung von bildlichen Darstellungen zu bestimmten Themen und Vorstellungen, für deren Kenntnis literarische Quellen eine wichtige (wenngleich nicht immer unabdingbare) Rolle spielen;

 

3. ikonologische Interpretation des eigentlichen Bedeutungsgehalts einer Darstellung in ihrem geistesgeschichtlichen Kontext, der durch Vertrautheit mit weltanschaulichen Vorstellungen bestimmter Kulturen und Epochen erfasst wird.

 

Am Beispiel eines Rollsiegels wird dieses Dreistufenschema hier demonstriert, wobei die drei Stufen hier folgendermaßen bezeichnet werden: Elemente, Themen, Bedeutung.