Gott weiblich

Nach gut 50 Jahren biblischen und archäologisch-ikonographischen Forschens und einer jahrzehntelangen Kooperation mit feministischen Exegetinnen legt der in Fachkreisen weltbekannte Othmar Keel eine knappe, reich bebilderte begeisternde Einführung in die
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Description
»Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde; männlich und weiblich schuf er sie«. Der bekannte Satz aus der Genesis signalisiert ein Problem: Wenn die »Kopien« Gottes in einer männlichen und einer weiblichen Variante existieren, warum wird das »Original« ausschließlich männlich (»Vater unser«, »Herr erbarme dich«) vorgestellt? Nach gut 50 Jahren biblischen und archäologisch-ikonographischen Forschens und einer jahrzehntelangen Kooperation mit feministischen Exegetinnen legt der in Fachkreisen weltbekannte Othmar Keel eine knappe, reich bebilderte begeisternde Einführung in die weiblichen Züge des biblischen Gottesbildes vor.
Die Einführung demonstriert anhand vieler Beispiele, dass die ausschließlich männliche Darstellung Gottes von historisch-kritisch gelesenen biblischen Texten her massiv in Frage gestellt wird.
Der Hauptteil dokumentiert – in 14 Abschnitte gegliedert – in prächtigen Farbbildern 150 weibliche Idole und Göttinnendarstellungen, die alle aus Palästina/Israel stammen oder mindestens für diese Gegend auch belegt sind. Sie präsentieren ein breites Spektrum weiblicher Göttlichkeit: Figuren, in denen verschiedenste Aspekte selbstbewusster Erotik inszeniert werden; jungfräulich-kämpferische Göttinnen, die ihre und die Integrität ihrer Stadt zu verteidigen wissen; mütterliche Gestalten, die in hingebungsvoll-vertrauter Beziehung zum menschliche Leben, aber auch zu Tieren und Pflanzen stehen. Bibelzitate am Anfang der 14 Abschnitte machen deutlich, dass diese weiblich-göttliche Vielfalt auch in den biblischen Texten zu entdecken ist, sei es als Züge Gottes oder von ihm besonders begnadeter Frauen.
Der Epilog zeigt, wie weibliche Göttlichkeit im christlichen Raum teilweise in paganen Bildern, z. B. dem der Venus, weiter lebten, teilweise in das Marienbild ausgelagert wurden oder im Pionierwerk der »Bibel in gerechter Sprache« wieder ins Gottesbild integriert werden. Das Buch schließt mit der überzeugenden Einsicht, die Wiederentdeckung oder Eintragung weiblicher Züge ins Bild Gottes sei eine logische Konsequenz der Emanzipation der Frau und ein unumgängliches Gebot theologischer und gesellschaftlicher Gerechtigkeit.
Othmar Keel , 1937, hat scholastisch-katholische Theologie, Bibelwissenschaft, Religionsgeschichte, altorientalische und frühchristliche Ikonographie in Zürich, Fribourg, Rom, Jerusalem, Chicago und auf ausgedehnten Studienreisen im Nahen Osten studiert. Er hat von 1967 bis 2002 am Departement für Biblische Studien der Universität Fribourg Altes Testament und biblische Umwelt doziert. Er hat – teilweise in Zusammenarbeit mit Max Küchler, Silvia Schroer, Thomas Staubli, Christoph Uehlinger und anderen WissenschaftlerInnen – etwa 40 Bücher und 160 Aufsätze zur biblischen Exegese und Theologie, zur biblischen Landeskunde und zur altorientalischen Ikonographie und Archäologie veröffentlicht. Er ist Begründer und Mitherausgeber der Reihe Orbis Biblicus et Orientalis , Gründungspräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Orientalische Altertumswissenschaft , Initiator der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Fribourg und Präsident der Stiftung BIBEL+ORIENT, deren wichtigstes Projekt das von ihm und Thomas Staubli betreute BIBEL+ORIENT Museum in Fribourg ist.

»Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde; männlich und weiblich schuf er sie«. Der bekannte Satz aus der Genesis signalisiert ein Problem: Wenn die »Kopien« Gottes in einer männlichen und einer weiblichen Variante existieren, warum wird das »Original« ausschließlich männlich (»Vater unser«, »Herr erbarme dich«) vorgestellt? Nach gut 50 Jahren biblischen und archäologisch-ikonographischen Forschens und einer jahrzehntelangen Kooperation mit feministischen Exegetinnen legt der in Fachkreisen weltbekannte Othmar Keel eine knappe, reich bebilderte begeisternde Einführung in die weiblichen Züge des biblischen Gottesbildes vor.

Die Einführung demonstriert anhand vieler Beispiele, dass die ausschließlich männliche Darstellung Gottes von historisch-kritisch gelesenen biblischen Texten her massiv in Frage gestellt wird.

Der Hauptteil dokumentiert – in 14 Abschnitte gegliedert – in prächtigen Farbbildern 150 weibliche Idole und Göttinnendarstellungen, die alle aus Palästina/Israel stammen oder mindestens für diese Gegend auch belegt sind. Sie präsentieren ein breites Spektrum weiblicher Göttlichkeit: Figuren, in denen verschiedenste Aspekte selbstbewusster Erotik inszeniert werden; jungfräulich-kämpferische Göttinnen, die ihre und die Integrität ihrer Stadt zu verteidigen wissen; mütterliche Gestalten, die in hingebungsvoll-vertrauter Beziehung zum menschliche Leben, aber auch zu Tieren und Pflanzen stehen. Bibelzitate am Anfang der 14 Abschnitte machen deutlich, dass diese weiblich-göttliche Vielfalt auch in den biblischen Texten zu entdecken ist, sei es als Züge Gottes oder von ihm besonders begnadeter Frauen.

Der Epilog zeigt, wie weibliche Göttlichkeit im christlichen Raum teilweise in paganen Bildern, z. B. dem der Venus, weiter lebten, teilweise in das Marienbild ausgelagert wurden oder im Pionierwerk der »Bibel in gerechter Sprache« wieder ins Gottesbild integriert werden. Das Buch schließt mit der überzeugenden Einsicht, die Wiederentdeckung oder Eintragung weiblicher Züge ins Bild Gottes sei eine logische Konsequenz der Emanzipation der Frau und ein unumgängliches Gebot theologischer und gesellschaftlicher Gerechtigkeit. 

 

Othmar Keel , 1937, hat scholastisch-katholische Theologie, Bibelwissenschaft, Religionsgeschichte, altorientalische und frühchristliche Ikonographie in Zürich, Fribourg, Rom, Jerusalem, Chicago und auf ausgedehnten Studienreisen im Nahen Osten studiert. Er hat von 1967 bis 2002 am Departement für Biblische Studien der Universität Fribourg Altes Testament und biblische Umwelt doziert. Er hat – teilweise in Zusammenarbeit mit Max Küchler, Silvia Schroer, Thomas Staubli, Christoph Uehlinger und anderen WissenschaftlerInnen – etwa 40 Bücher und 160 Aufsätze zur biblischen Exegese und Theologie, zur biblischen Landeskunde und zur altorientalischen Ikonographie und Archäologie veröffentlicht. Er ist Begründer und Mitherausgeber der Reihe Orbis Biblicus et Orientalis , Gründungspräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Orientalische Altertumswissenschaft , Initiator der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Fribourg und Präsident der Stiftung BIBEL+ORIENT, deren wichtigstes Projekt das von ihm und Thomas Staubli betreute BIBEL+ORIENT Museum in Fribourg ist.