Kontakt:

Sammlungen BIBEL+ORIENT

Universität Freiburg

Büro MIS 6114

Av. de l‘Europe 20

CH-1700 Freiburg

 

Geschäftsführer

Dr. Andreas Dorn

+41 26 3007359

collections@unifr.ch

 

Sammlungsleiter

Leonardo Pajarola

+41 26 3009000
collections@unifr.ch

Création/Signification
Warum sammeln?
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Sammeln von schönen Objekten

Seit der Altsteinzeit (1'100'000-300'000 v. Chr.) sammeln Menschen nicht nur Nahrungsvorräte, sondern auch Arbeitsgeräte wie Faustkeile. Ausschlaggebend für dieses Verhalten war die Faszination der Objekte, gepaart mit dem durch die Sammlung verbundenen magischen und sozialen Prestigegewinn. Dieser Sammelimpuls lebt vor allem in Kunstmuseen bis heute weiter. Für ein BIBEL+ORIENT Museum ist er drittrangig.

 

Sammeln von Reliquien

Seit der Jungsteinzeit (10.-6. Jt. v. Chr.) sammeln Menschen menschliche Hinterlassenschaften wie Schädel, schmücken diese und machen sie so zu einem Objekt des Ahnenkultes, zu einem Ding, das Vergangenes vergegenwärtigt, zu einer Art Zeitmaschine. Im Tempel von Jerusalem wurden Dinge aus alter Zeit gezeigt: ein Krug mit Manna (Ex 16,32-34), der Stab Aarons (Num 17,16-25) und natürlich die Gesetzestafeln (Ex 25,16.21; 40,20; Dtn 10,5; 1Kön 8,9). Das Christentum kennt den Reliquienkult. Ein BIBEL+ORIENT Museum mit Originalen soll ein ähnliches Spiel in Gang setzen, das in Erinnerung ruft: Es gab eine biblische Welt, die du vom Hörensagen kennst. Hier ist sie real.

 

Sammeln von Dokumenten

Relativ jung ist das Bestreben, eine Kultur zu dokumentieren. Das ist nur mit Originalen möglich, die zeigen, was wirklich war. Vorkommen, Material, Herstellungstechnik, Stil, Motive können mit heutigen und künftigen Analysemethoden untersucht werden. Wissenschaftliche Ausgrabungstätigkeit setzte in Palästina erst 1890 ein. Nur ein Teil der seither zutage geförderten Antiquitäten stammt aus kontrollierten Grabungen, die auch veröffentlicht wurden. Ein guter Teil wurde nie veröffentlicht und ein noch grösserer Teil kam bei unkontrollierten Grabungen zum Vorschein. Diese Objekte gelangen sehr oft in private Hände und sind für die Wissenschaft verloren. Ein BIBEL+ORIENT Museum hat die Aufgabe, solches Material durch rescue buying (in Analogie zu rescue escavations) für die Wissenschaft zu retten und durch dessen Aufarbeitung für heutige Generationen ein Epochenbild nach dem neusten Forschungsstand zu zeichnen.

 

Bildern eine Chance geben

Die Erforschung der Bibel und ihrer Welt wird bis heute von der Übermacht des Wortes Gottes dominiert. Bewusst oder unbewusst wird unser Denken aber auch ganz stark von Bildern geprägt. Wer sich ernsthaft mit dem Alten Orient auseinandersetzt stellt fest, dass es überall Bilder gab, auch in Israel. In diesem relativ armen Land handelte es sich meistens um Kleinkunst. Forschungen der letzten Jahre am Departement für Biblische Studien der Universität Fribourg haben gezeigt, dass viele biblische Texte erst durch Kenntnis der damals lebendigen Bildwelt richtig verstanden werden können. Die Sammlungen BIBEL+ORIENT sind somit auch ein Beitrag zur Förderung des Rechtes Bilder, gesehen zu werden. ForscherInnen sind eingeladen, sie in Fribourg zu studieren und Ausstellungen dienen dazu, die reiche Welt der altorientalischen Bildsymbolik und ihre Bedeutung zum Verständnis der Bibel einem breiten Publikum zu erschliessen.

 

Sammlungsrichtlinien

Als Vollmitglied des Verbandes der Museen der Schweiz (VMS), anerkennt das BIBEL+ORIENT Museum die

ICOM-Definition des Museums und deren ethischen Richtlinien.


Ethische Richtlinien für Museen (PDF)