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Sammlungen BIBEL+ORIENT

Universität Freiburg

Büro MIS 6114

Av. de l‘Europe 20

CH-1700 Freiburg

 

Geschäftsführer

Dr. Andreas Dorn

+41 26 3007359

collections@unifr.ch

 

Sammlungsleiter

Leonardo Pajarola

+41 26 3009000
collections@unifr.ch

Categories in Ä,V,G
Bronzefigur
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Bronze ist eine Legierung, die vorwiegend aus Kupfer und Zinn besteht. Der Zinnzusatz senkt erstens den Schmelzpunkt und erleichtert so den Guss, erhöht zweitens die Härte des Metalls und drittens die Qualität des Gusses, da er die Blasenbildung verhindert. Die Figuren wurden im Vollguss- oder im Hohlgussverfahren hergestellt, letzterer um Metall zu sparen. Die erkaltete Figur konnte durch Punzieren, Gravieren, Tuschieren und Plattieren weiterbearbeitet werden.

Die Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Fribourg beherbergen über 40 Bronzefiguren. Sie wurden zum grössten Teil publiziert in:

  • Madeleine Page Gasser, Götter bewohnten Ägypten. Bronzefiguren der Sammlungen «Bibel+Orient» der Universität Freiburg Schweiz, Freiburg CH/Göttingen 2001.

 

Bronzestatue der Göttin Isis, die den Horusknaben stillt. Isis, die unter vielen Gefahren das Kind ihres ermordeten Gatten Osiris aufzieht, ist ab dem 6. Jh. v. Chr. im ganzen Mitttelmeerraum zum Prototyp der sorgenden Mutter geworden. Das Kuhgehörn mit der Sonnenscheibe erinnert an alte kuhgestaltige Muttergottheiten. Die Inschrift auf dem Sockel bittet die Göttin um Leben für die Stifterin. Bronze; H. 20,5 cm; Ägypten; 3.-2. Jh. v. Chr.; ÄFig 1995.1.

 

 

 

Elfenbeinfigur


«Gott JHWH baute aus der Rippe, die er vom Erdling (Adam) genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Erdling zu.»
Genesis 2,22

Nachdem Gott JHWH aus Ton ein erstes lebendiges Wesen, den «Erdling» (Adam) geformt hatte, baute (!) er ein zweites, die «Lebendige» (Eva), aus Knochen. Im Hintergrund stehen mesopotamische Vorstellungen einer Götterfigur, als welche die Geliebte in Liebesliedern gepriesen werden konnte: «Sie ist eine Alabasterstatue auf einem Lapislazulipodest, eine lebendige/belebende Statuette voller Lieblichkeit und Anziehungskraft» (vgl. Hld 5,9-16). Elfenbein (hebr. schen, «Zahn») war das kostbarste aller Materialien im Kunsthandwerk. Das seltene und dauerhafte Material wurde fast ausschliesslich von königlichen Werstätten für königliches Inventar, meistens für Möbelintarsien, verarbeitet.

 

Kuh und Kalb (von dem nur der Kopf erhalten ist): Das säugende Muttertier galt im Alten Orient als Repräsentation der Sorge, Liebe und Fruchtbarkeit verschiedener Göttinnen (Anat, Ischtar, Hathor), im Ersten Testament als Ausdruck des Segens JHWHs: «Gesegnet ist die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Ackers und die Frucht deines Viehs, die Kälber, Lämmer und Zicklein» (Dtn 28,4).

 

 

 

Holzfigur


Holzobjekte aus der Antike sind aufgrund ihres Zersetzung durch Luft, Feuchte und Licht nur selten erhalten geblieben. In ägyptischen Gräbern hatten sie allerdings oftmals optimale Lagerbedingungen und haben so die Zeiten überstanden. Die wenigen Holzobjekte der Sammlungen BIBEL+ORIENT stammen denn auch ausschliesslich aus Ägypten.

 

Der Ibis war der heilige Vogel des Schreibergottes und Götterboten Thot (griechisch Hermes). Die Straussenfeder unter seinem Schnabel ist das Symbol der Ma'at, der rechten Ordnung. Der tote Ibis, dessen Mumie im Sarkophag ruhte, wurde wie ein toter Mensch zu Osiris, dem Herrscher des Totenreiches. Links ein Priester, der für ihn Weihrauch verbrennt. Über dem Vogel und rechts von ihm Schutzsymbole. – Mit Stuck überzogenes, bemaltes Holz; B. 46 cm; Ägypten; zw. 400 und 200 v. Chr. (gemäß C14 Test der ETH Zürich) – ÄFig. 2002.1.

 

 

 

Terrakottafigur


«Da formte Gott, JHWH, den Erdling (Adam) aus Erde (Adamah) und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Erdling zu einem lebendigen Wesen.»
Genesis 2,7

Ton ist Teil der Erde, die uns Leben schenkt. Mit dem Ton teilt der Mensch seine Hautfarbe. Im schöpferischen Gestalten des Tons sahen Menschen ein Bild für die göttliche Schöpfung. Ton ist einer der ältesten von Menschen weiterverarbeiteten Naturstoffe. Mit Ton lässt sich nach freien Stücken gestalten. Terrakottafiguren sind daher weit mehr als reine Kunstprodukte. Sie kommen dem menschlichen Wesen besonders nah. Auch im sozialen Sinne, denn Tonfiguren waren für jedermann erschwinglich.

Die Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Fribourg beherbergen rund 100 Terrakottafiguren. 20 Figuren, die Frauen darstellen, wurden von Othmar Keel unter dem Kapitel «Vorausbilder im Alten Orient» publiziert in:

  • Madonna. Das Bild der Muttergottes. Freising 2003, 88-91.126-146.

 

Der untere Teil solcher Pfeilerfiguren wurde von Hand geformt, der obere aus dem Model gepresst. Die Figur repräsentiert wahrscheinlich die aus der Bibel bekannte Aschera. Im 8./7. Jh. v. Chr. gab es sie in fast jedem judäischen Haushalt. Sie verkörpert in erster Linie den Segen der Brüste (Gen 49,25), aber auch das freundliche Antlitz der Gottheit (vgl. Num 6,24-26). Terrakotta; H. 16 cm; Palästina/Israel; 8./7. Jh. v. Chr.; VFig 1998.3.