Histoires croisées : Zeitgenössische Künstler:innen im Dialog mit der Sammlungen des Musée BIBLE+ORIENT

 

Wie kann man Objekten eine Stimme geben, ohne für sie zu sprechen?
Ohne ihnen eine Stimme zu geben, die nicht ihre eigene ist?

 

Vor Jahren stellte Othmar Keel in den Vitrinen seines Universitätsbüros die ersten Objekte einer der Sammlungen aus, aus denen später das BIBEL+ORIENT Museum hervorgehen sollte. Heute lädt Histoires croisées sechs Künstler:innen ein, in unserem Museum zu intervenieren, um in einem transkulturellen Ansatz mit diesen Objekten aus längst vergangenen Zeiten in einen Dialog zu treten.

 

Jacopo Belloni, Dîlan Kılıç, Maël Dupraz Nayak, Virginie Rebetez, Felix Stöckle und Grégory Sugnaux haben auf subtile Weise die Brüche sichtbar gemacht, die sich aus der Konfrontation einer zeitgenössischen Ausstellung an einem Ort ergeben, der den Spuren der Vergangenheit gewidmet ist.

Entstanden aus diesem Bestreben, eine Resonanz mit archäologischen Objekten herzustellen, bietet Histoires croisées zeitgenössischen Künstler:innen die Möglichkeit, dem, was Zeit und Entfernung ausgehöhlt haben, wieder Gestalt zu verleihen. Sie versuchen, eine Erinnerung einzufangen, die uns in der Durchlässigkeit des Gebiets, das das Gedächtnis darstellt, entgleitet.

 

So legt Histoires croisées den Schwerpunkt auf die Verflechtungen, die alle geografischen, kulturellen, historischen und sozialen Konventionen überwinden. Das Projekt lädt dazu ein, die Fähigkeit des Menschen zu beleuchten, Sinn zu stiften, die Abwesenheit zu ritualisieren und Spuren zu hinterlassen, die über die Zeit hinaus Bestand haben – auf der Grundlage von Geschichten, die sich in einem fließenden und feinfühligen Prozess miteinander verflechten.Die Materialität und die zeitgenössischen Akzente treten in einen Dialog mit alten Erzählungen, treten miteinander in einen Dialog, treten mit Zeit und Raum in einen Dialog, treten mit den Kulturen in einen Dialog und warten schließlich darauf, mit dem Publikum in einen Dialog zu treten.

 

Die Ausstellung Histoires croisées ist somit als ein Raum der Bewegung konzipiert: Sie lädt uns dazu ein, Erinnerung nicht als statisches Archiv zu betrachten, sondern als einen aktiven, kritischen und somit zutiefst zeitgenössischen und verflochtenen Prozess.

 

Zu besichtigen bis zum 31. Dezember 2026

 

Kurz gesagt: 

Die Museumsausstellung Von Göttern zu Gott beherbergt die Histoires croisées, die aus sechs Werkgruppen zeitgenössischer Künstler:innen bestehen.

Das Projekt geht direkt auf das Master-Seminar „Transkulturelles Kuratieren: faire une exposition d'art contemporain au Musée BIBLE+ORIENT“ im Fachbereich Geschichte der zeitgenössischen Kunst der Universität Freiburg zurück, das von Professorin Julia Gelhsorn und der Gastkuratorin Madeleine Schuppli geleitet wurde. Die Studierenden des Seminars (Emilia Astorina, Ana Eichmann, Ludine Hofer, Zoé Lou Javet, Elisa Federica Käppeli, Théo Roux, Maria Chiara Zwahlen) arbeiteten zu zweit oder zu dritt mit den Künstler:innen zusammen, um die Ausstellung auf die Beine zu stellen.

Der Begleitkatalog zur Ausstellung Von Göttern zu Gott enthält ebenfalls die Beschreibungen dieser Objekte. Ein Booklet, das von den Studierenden des Seminars „Transkulturelles Kuratieren“ erstellt und von Ana Eichmann gestaltet wurde, Grafikdesignerin und Studentin des Seminars, erläutert die zeitgenössischen Werke von Histoires croisées sowie deren Verbindungen zum BIBEL+ORIENT Museum.

Booklet 

 

Künstler:innen

Jacopo Belloni

Maël Dupraz Nayak 

Dîlan Kılıç

Virginie Rebetez

 Grégory Sugnaux

Felix Stöckle

 

Führungen

Von den Studierenden des Masterstudiengangs Kunstgeschichte an der Universität Freiburg

Samstag, 14:00 Uhr

06.06.2026

10.10.2026

Oder auf Anfrage per E-Mail: info.bom@unifr.ch